Insider-Analyse zur Fussball-Weltmeisterschaft

Belgien WM 2026: Insider-Check der Goldenen Generation | WettKick 26

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Ladevorgang...

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Das Ende einer Ära — oder ein letztes Aufbäumen?

Die goldene Generation wird grau. Eden Hazard ist zurückgetreten, Thibaut Courtois hat seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt, und Romelu Lukaku steht mit 33 Jahren vor der Frage, ob sein Körper ein fünfwöchiges Turnier in nordamerikanischer Sommerhitze noch aushält. Das Belgien, das zwischen 2018 und 2022 die FIFA-Weltrangliste anführte und bei jeder WM als Geheimfavorit gehandelt wurde, existiert nicht mehr. Was bleibt, ist eine Mannschaft im Übergang — und die Frage, ob der Übergang rechtzeitig zur WM 2026 abgeschlossen ist.

Ich habe Belgien bei drei grossen Turnieren als Wettanalyst begleitet. Jedes Mal die gleiche Geschichte: enormes Talent, hohe Erwartungen, Scheitern in der K.o.-Runde. WM 2018 — Halbfinale, Aus gegen Frankreich. WM 2022 — Gruppenphase, Aus gegen Marokko und Kroatien. EM 2024 — Achtelfinale, Aus gegen Frankreich. Das Muster ist konsistent und schmerzhaft: Belgien liefert unter seinen Möglichkeiten, wenn es darauf ankommt. Für Wetter ist das ein klares Signal — belgische Titelwetten waren in der Vergangenheit verlorenes Geld, und ich sehe keinen Grund, warum sich das 2026 ändern sollte.

Was mich trotzdem dazu bringt, Belgien bei der WM 2026 nicht abzuschreiben: die neue Generation. Jérémy Doku bei Manchester City, Charles De Ketelaere bei Atalanta, Amadou Onana bei Aston Villa — es gibt junge Spieler, die in europäischen Topligen Stammspieler sind und die das Potenzial haben, Belgiens Fussball neu zu definieren. De Ketelaere hat in der Serie A die kreative Freiheit gefunden, die ihm bei Milan fehlte, und liefert Tore und Assists in einer Konstanz, die seine belgischen Vorgänger in diesem Alter nicht hatten. Die Frage ist nur, ob sie genug Zeit hatten, um als Einheit zu funktionieren — und ob der Trainer die richtige Balance zwischen Erfahrung und Jugend findet.

Kader-Check: Wer bleibt, wer kommt, wer fehlt

Kevin De Bruyne ist nach wie vor der beste belgische Spieler — wenn er fit ist. Und das ist das Problem. Bei Manchester City hat er in den letzten zwei Saisons mehr Spiele wegen Verletzungen verpasst als gespielt. Seine Knie, seine Oberschenkel, sein Körper generell — alles zeigt Verschleisserscheinungen, die bei einem 35-Jährigen nicht überraschen, aber bei einem Spieler seines Kalibers besonders schmerzlich sind. Wenn De Bruyne fit zur WM kommt, hat Belgien einen Spielmacher, der Weltklasse-Pässe spielen kann, die kein anderer Spieler im Turnier so beherrscht. Seine Übersicht, seine Schussgenauigkeit und seine Fähigkeit, Spiele aus dem Nichts zu entscheiden, machen ihn zum einzigen belgischen Spieler, der den Unterschied zwischen Gruppenphase und Viertelfinale ausmachen kann. Wenn er nicht fit ist, fehlt der Mannschaft ihr kreatives Zentrum — und es gibt keinen Ersatz auf vergleichbarem Niveau.

Jérémy Doku bringt die Geschwindigkeit und die Dribblings, die Belgien in der Offensive braucht. Bei Manchester City hat er unter Guardiola gelernt, seine Sprints taktisch einzusetzen — nicht blindlings nach vorne rennen, sondern im richtigen Moment beschleunigen und den Gegner in einer Situation erwischen, in der er nicht vorbereitet ist. Doku ist der Spieler, der bei der WM 2026 den Unterschied machen kann, wenn De Bruyne ihm die Bälle liefert. Seine Statistik bei City — über fünf Dribblings pro Spiel, eine der höchsten Quoten der Premier League — zeigt sein Potenzial. Ohne De Bruyne fehlt Doku die Zufuhr — und damit sein grösstes Asset.

Amadou Onana im defensiven Mittelfeld bringt die physische Präsenz, die Belgien in der Vergangenheit oft fehlte. Mit seiner Grösse von 1,95 Metern und seiner Dynamik ist er einer der modernsten Sechser Europas — er erobert Bälle, treibt sie nach vorne und ist bei Standards in der Luft eine Waffe. Onana könnte der Spieler sein, der Belgiens neue Identität definiert: weniger filigranes Kombinationsspiel à la Hazard, mehr physische Durchsetzungskraft.

In der Defensive hat der Abgang von Jan Vertonghen und Toby Alderweireld eine Lücke hinterlassen, die noch nicht geschlossen ist. Wout Faes bei Leicester City und Zeno Debast bei Sporting Lissabon sind solide, aber nicht auf dem Niveau ihrer Vorgänger. Debast hat sich in Portugal als junger Innenverteidiger einen Namen gemacht, aber die WM-Bühne ist eine andere Herausforderung — und ob er unter dem Druck einer K.o.-Runde bestehen kann, ist offen. Die Torhüterposition ist nach Courtois‘ Rücktritt das grösste Fragezeichen — Koen Casteels bei Wolfsburg ist ein zuverlässiger Bundesliga-Keeper, aber kein Weltklasse-Torhüter, der ein Spiel allein gewinnen kann. Das Fehlen eines dominanten Torhüters ist bei einer WM ein spürbarer Nachteil, weil Elfmeterschiessen und knappe Spiele oft vom Mann zwischen den Pfosten entschieden werden.

Gruppe G: Ägypten, Iran, Neuseeland — machbar, aber …

Gruppe G sieht auf dem Papier machbar aus — aber genau diese Einschätzung hat Belgien bei den letzten Turnieren regelmässig zum Verhängnis gereicht. Bei der WM 2022 galt die Gruppe mit Kanada, Marokko und Kroatien als „machbar“ — und Belgien schied in der Gruppenphase aus. Ich traue diesem Team nicht mehr die Souveränität zu, die es braucht, um vermeintlich leichte Gruppen tatsächlich leicht aussehen zu lassen.

Ägypten mit Mohamed Salah als Starspieler ist der stärkste Gegner — und das Duell De Bruyne gegen Salah, das in der Premier League so viele Fans begeistert, wird auch auf der WM-Bühne für Aufmerksamkeit sorgen. Salah mit 34 Jahren befindet sich vermutlich bei seiner letzten WM, und die ägyptische Mannschaft wird alles daran setzen, ihrem besten Spieler ein würdiges Turnier zu bieten. Ägyptens Stärke liegt in der kompakten Defensive und der Fähigkeit, über Salah-Konter tödlich zuzuschlagen — genau das Profil, gegen das Belgiens unsichere Abwehr Probleme haben dürfte.

Iran bringt Turniererfahrung mit und hat bei der WM 2022 gezeigt, dass sie gegen europäische Teams bestehen können — die knappe 0:1-Niederlage gegen die USA und der emotionale 2:0-Sieg gegen Wales bewiesen Irans Wettbewerbsfähigkeit. Neuseeland ist der klare Aussenseiter und wird gegen Belgien hauptsächlich verteidigen. Die All Whites haben sich über den ozeanischen Qualifikationsweg qualifiziert und bringen die Aussenseiter-Mentalität mit, die gelegentlich für Überraschungen sorgt.

Mein Szenario: Belgien qualifiziert sich als Gruppenerster oder -zweiter, aber ohne zu glänzen. Das Team-Profil bestätigt: Belgien hat die Qualität für die Gruppenphase, aber die neue Mannschaft muss im Turnier erst zusammenwachsen. Ein Sieg gegen Neuseeland, ein Unentschieden gegen Ägypten und ein umkämpftes Spiel gegen Iran — das ist das wahrscheinlichste Szenario, und es reicht für den Einzug in die K.o.-Runde.

Für Wetter bietet Gruppe G eine interessante Dynamik: Belgien wird von den Buchmachern als klarer Gruppenfavorit geführt, aber die aktuelle Form und die Kaderprobleme sprechen dafür, dass Ägypten eine ernsthafte Konkurrenz darstellt. Die Quote auf „Ägypten wird Gruppensieger“ dürfte bei rund 3.50 bis 5.00 liegen und bietet für risikofreudige Wetter einen spekulativen Markt mit echtem Value.

Belgien-Quoten: Noch Value oder nur noch Name?

Die Titelquoten für Belgien bewegen sich zwischen 40.00 und 60.00 — ein deutlicher Abstieg gegenüber den Quoten von 2018 (damals rund 10.00) und 2022 (rund 15.00). Der Markt hat erkannt, dass die Goldene Generation vorbei ist, und die Quoten sind entsprechend korrigiert worden. Die Frage ist: Hat der Markt zu stark korrigiert — oder ist die Korrektur angemessen?

Meine Einschätzung: Die Quoten sind fair. Belgien hat weder die individuelle Klasse noch die Kadertiefe für einen Titelgewinn. Die Wahrscheinlichkeit liegt bei unter 3 Prozent — was eine faire Quote von 35.00 oder höher ergibt. Die aktuelle Marktquote ist also korrekt und bietet keinen Value.

Wo ich einen kleinen Value sehe: in der Wette „Belgien übersteht die Gruppenphase“ zu Quoten um 1.50 bis 1.80. Die Gruppe ist machbar, De Bruyne (falls fit) hebt das Niveau der Mannschaft, und die neue Regel der acht besten Gruppendritten bietet ein Sicherheitsnetz. Die Wahrscheinlichkeit eines Weiterkommens schätze ich auf rund 60 bis 65 Prozent — was bei einer Quote von 1.60 einen kleinen Vorteil ergibt.

Für die Gruppenphase bietet „Über 2.5 Tore im Spiel Belgien gegen Ägypten“ eine attraktive Wette. Beide Teams haben offensive Qualität (De Bruyne/Doku vs. Salah), und die defensive Unsicherheit auf beiden Seiten spricht für ein torreiches Spiel. Die Quote dürfte bei rund 1.80 bis 2.00 liegen und bietet fairen Value.

Eine klare Warnung: Wetten auf Belgien über die Gruppenphase hinaus sind reines Glücksspiel. Die Mannschaft befindet sich im Umbruch, die Abwehr ist ungetestet auf WM-Niveau, und die emotionale Last des wiederholten Scheiterns in K.o.-Spielen ist ein psychologischer Faktor, den keine Taktik kompensieren kann. Belgien hat bei den letzten fünf grossen Turnieren in jedem einzelnen K.o.-Spiel gegen den Favoriten verloren — gegen Frankreich 2018 und 2024, gegen Kroatien 2022, gegen Italien 2021. Dieses Muster ist kein Zufall, es ist ein Charakterzug dieser Mannschaft. Wer auf Belgien wetten will, sollte sich auf die Gruppenphase beschränken — dort gibt es Chancen. Darüber hinaus wird es zur Lotterie.

Ist Belgiens Goldene Generation bei der WM 2026 noch relevant?

Die Goldene Generation (Hazard, Courtois, Vertonghen, Alderweireld) ist praktisch vollständig zurückgetreten. Kevin De Bruyne und Romelu Lukaku sind die letzten Überbleibsel, aber beide kämpfen mit Alter und Verletzungen. Eine neue Generation um Doku, Onana und De Ketelaere übernimmt — braucht aber noch Zeit, um auf WM-Niveau zu funktionieren.

Wie stehen Belgiens Chancen bei der WM 2026?

Belgien wird mit Titelquoten zwischen 40.00 und 60.00 nicht mehr als ernsthafter Titelkandidat geführt. Die Gruppenphase in Gruppe G (Ägypten, Iran, Neuseeland) ist machbar, aber ein tiefer Turnierlauf ist angesichts des Kaderumbruchs unwahrscheinlich. Besserer Value liegt in Wetten auf den Gruppeneinzug.