WM 2026 Rückblick, 29. Juni: Wie Paraguay und Marokko die K.-o.-Runde umgekrempelt haben

Updated Juli 2026
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Es gibt Tage, an denen sich die Geschichte einer Weltmeisterschaft in ein paar Minuten zwischen den Punkten verschiebt. Der 29. Juni 2026 war so ein Tag. Innerhalb von wenigen Stunden flogen Deutschland und die Niederlande aus dem Turnier — beide nach Elfmeterschiessen, beide gegen Aussenseiter, denen vor dem Anpfiff praktisch niemand etwas zugetraut hat. In den deutschsprachigen Wettbüros lagen die Quoten auf Paraguay-Sieg jenseits der 9.00, jene auf Marokko jenseits der 5.00. Nun stehen beide im Achtelfinale, und der DFB-Tross sitzt im Flieger zurück nach Frankfurt. Für unser Publikum hier zwischen Vaduz und Schaan ist das vielleicht der bitterste Spieltag des Turniers — und gleichzeitig der lehrreichste.

Enttäuschte deutsche Nationalspieler nach dem verlorenen Elfmeterschiessen gegen Paraguay
Das deutsche WM-Aus nach Elfmeterschiessen gegen Paraguay (1:1, 3:4 i.E.) — die grösste Sensation des bisherigen Turniers.

Paraguay – Deutschland 1:1 (4:3 i.E.): die Sensation, die ein Trainer ehrlich macht

Ich gebe es offen zu — ich habe vor dem Spiel gegen Paraguay nicht mit dem Schlimmsten gerechnet. Die Buchmacher auch nicht: Deutschland war klarer Favorit, Paraguay galt als Pflichtaufgabe. Die Reihenfolge der Tore — Enciso in der 42. für Paraguay, Havertz‘ Ausgleich in der 54. — liess noch nicht ahnen, was kommen würde. Aber in der Verlängerung verlor das DFB-Team allmählich die Kontrolle, und im Elfmeterschiessen brachen die letzten Sicherungen. Endstand: 1:1, 3:4 nach Elfmeterschiessen. Das ist das früheste WM-Aus für den vierfachen Weltmeister seit dem Schock von 2018 — und ein Resultat, das laut Al Jazeera und ESPN als möglicherweise grösste K.-o.-Sensation der WM-Geschichte gehandelt wird.

Hier ist das Detail, das ich aus diesem Spiel mitnehme — und das in den meisten deutschen Tickern untergeht: Paraguays Trainer Gustavo Alfaro hat nach dem Schlusspfiff ein Zitat geliefert, das mehr über die Mechanik einer WM-Sensation erklärt als jede Taktiktafel. Auf die Frage, wie er das geschafft habe, sagte er: „We don’t have the pedigree that allows us to dictate the terms of the game. We dance to the music we’re given… sometimes it’s cumbia, sometimes it’s tango, sometimes it’s rumba… today, it was polka." (sinngemäss übersetzt: „Wir haben nicht die Klasse, das Spiel zu diktieren. Wir tanzen zu der Musik, die uns vorgegeben wird — manchmal Cumbia, manchmal Tango, manchmal Rumba … heute war es Polka." — Quelle: Tribuna.com / Bundesliga.com, 29. Juni). Genau das ist es. Paraguay hat sich an Deutschland angepasst — nicht umgekehrt. Und Nagelsmann selbst räumte das ein: „There’s a real sense of dejection in the dressing room. Unfortunately, that’s how football works sometimes, some teams can win with simple means. … Our build-up play was too slow." (sinngemäss übersetzt: „In der Kabine herrscht echte Niedergeschlagenheit. Leider funktioniert Fussball manchmal so — manche Teams gewinnen mit einfachen Mitteln. … Unser Aufbauspiel war zu langsam." — Quelle: Bundesliga.com, 29. Juni).

Insider-Einordnung: Bei einer Quote von rund 9.00–10.00 auf Paraguay vor Anpfiff hätte ein Einsatz von 50 CHF in der Spielzeit nichts gebracht (1:1) — die wahre „Sensation“ liegt im Elfmeterschiessen, wo der Markt der Buchmacher praktisch immer 50/50 anzeigt. Wer auf Paraguay nach 90 Minuten gesetzt hat, hat gewonnen; wer auf Doppelchance X2 gesetzt hat, war der eigentliche Wertgewinner.

Marokko – Niederlande 1:1 (3:2 i.E.): der zweite Schock des Abends

Kaum hatte sich der erste Schock gelegt, lieferte das parallel laufende Spiel der Niederlande gegen Marokko die nächste Erschütterung. Gakpo hatte in der 72. Minute getroffen, das 1:0 schien zu reichen — doch in der ersten Minute der Nachspielzeit köpfte Diop zum 1:1 ein und zwang Oranje in die Verlängerung. Im Elfmeterschiessen lieferte Marokko ab, die Niederlande nicht. Endstand: 1:1, 3:2 i.E. (Quelle: Wikipedia knockout page; Yahoo; ESPN). Damit sind zwei der grössten Favoriten Europas an einem einzigen Abend aus dem Turnier geflogen.

Für Marokko ist das die nahtlose Fortsetzung des Halbfinal-Märchens von 2022. Für die Niederlande ist es eine bittere Wiederholung der Geschichte: 2022 hatten sie das Halbfinale gegen Argentinien ebenfalls im Elfmeterschiessen verloren. Wer die Quotenbewegung dieses Marktes verfolgt hat, weiss: Marokko war als Dark Horse bei einigen Buchmachern mit 46.00 auf den WM-Titel notiert (Stand 29. Juni, FanDuel via Suchergebnis) — nach diesem Sieg wird die Quote spürbar verkürzen.

Innerhalb von wenigen Stunden hat der 29. Juni das Turnier neu verteilt: Deutschland und die Niederlande sind raus, Paraguay und Marokko stehen im Achtelfinale. Das ist mehr als ein Tagesergebnis — es ist eine Umverteilung der Wettmärkte.

Brasilien – Japan 2:1: der Zittersieg, der das Tableau prägt

Inmitten der Sensationsmeldungen ist beinahe untergegangen, was Brasilien mit dem 2:1 gegen Japan geleistet hat. Sano hatte die Japaner in der 29. Minute in Führung gebracht. Casemiro glich in der 56. aus, und in der 95. Minute (90+5) — eine Sekunde vor dem Elfmeterschiessen — gelang Gabriel Martinelli der erlösende Treffer (Quelle: Wikipedia knockout page; NBC; ESPN). Auch hier wurde es eng — auch hier hätte ein Achtelfinalist beinahe das Flugzeug nehmen müssen.

Brasilianische Nationalspieler bejubeln einen späten WM-Treffer
Martinellis Treffer in der 95. Minute bewahrte Brasilien vor dem Elfmeterschiessen gegen Japan — und schickte die Seleção ins Achtelfinale gegen den Sieger aus Elfenbeinküste–Norwegen.

Was dieses 2:1 für die Quoten getan hat, ist erheblich: Brasilien wurde nach dem Spiel im Outright-Markt von 14.00 auf 10.50 verkürzt (Quelle: FOX Sports, 30. Juni morgens ET) — der grösste Quotensprung der vergangenen 24 Stunden bei einem Topfavoriten. Wer nach der Gruppenphase 50 CHF zu 14.00 auf Brasilien gesetzt hat, hält jetzt ein Ticket, dessen Erwartungswert sich theoretisch um rund einen Drittel verbessert hat. Für mich ist das ein klassisches Beispiel, warum sich der Quotenvergleich bei Outright-Märkten vor dem Turnierstart lohnt — Sprünge wie dieser sind die Belohnung dafür, früh zuzugreifen.

Was das für die Quoten heute bedeutet

Die WM-Prognosen sehen nach diesem Tag anders aus als am Morgen. Frankreich bleibt mit rund 4.40 (cross-book auch 4.33) der klare Favorit, Argentinien folgt mit etwa 5.10. Spanien notiert zwischen 7.50 und 8.00 — eine Spanne, die widerspiegelt, dass die Märkte die Verletzungen von Nico Williams (Adduktoren) und Yeremy Pino (Schulter) noch nicht endgültig einpreisen können. England steht bei 8.00. Brasilien — wie erwähnt — bei 10.50. Portugal liegt im Mittelfeld bei 16.00. Alle Werte stand 30. Juni morgens (ET), media-reported, weil die grossen Aggregatoren (Oddschecker, OddsPortal) wegen Zugriffssperre nicht direkt ausgelesen werden konnten.

Rechenbeispiel zur Quotenbewegung: Eine Brasilien-Wette zu 14.00 mit 25 CHF Einsatz brächte bei Erfolg 350 CHF Auszahlung (325 CHF Gewinn). Dieselbe Wette zu der heutigen 10.50 nur noch 262.50 CHF (237.50 CHF Gewinn). Differenz: 87.50 CHF pro 25 CHF Einsatz — das ist der Preis dafür, dass man dieselbe These erst nach dem Beweis spielen will.

Das deutsche Aus aus Liechtensteiner Sicht

Ein offenes Wort: Wenn Liechtenstein nicht qualifiziert ist und auch sonst kein lokales Team mitfiebert, sind Deutschland, Schweiz und Österreich der natürliche emotionale Anker. Mit dem DFB-Aus fällt einer dieser Anker weg — und das hat zwei Folgen für die kommenden Tage.

Erstens: Das Interesse an Spanien gegen Österreich am 2. Juli wird in der Region grösser, als die globalen Quoten vermuten lassen. Bei Spanien-Verletzungen, einem Aussenseiter-Bonus und einem deutschsprachigen Team, das nun stellvertretend für alle steht, könnte Österreich (Quote zwischen 10.50 und 12.0) ein typischer „Heimat-Wert“ für Liechtensteiner Wetter sein — wenn auch sportlich klar im Aussenseiterbereich. Wer das spielen will, sollte die Doppelchance X2 (Remis oder Österreich) statt des reinen Siegtipps prüfen.

Zweitens: Die Schweiz tritt am 3. Juli gegen Algerien an — ausserhalb dieser 48-Stunden-Vorschau, aber emotional jetzt der wichtigste Termin der Region. Mit dem deutschen Aus liegt mehr regionale Aufmerksamkeit auf der Nati. Quoten dazu gibt es im aktuellen Quotenvergleich.

Was Marokko und Paraguay gemeinsam haben (und was nicht)

Hier ist die Insider-Beobachtung des Tages, die in keinem Spielbericht steht: Beide Sieger des 29. Juni — Paraguay und Marokko — sind durch Elfmeterschiessen weitergekommen. Beide hatten in der regulären Spielzeit das Unentschieden gerettet, nicht den Sieg geholt. Das ist statistisch keine Überraschung — Elfmeterschiessen sind im Mittel 50/50 — aber im selben Turnier-Tag zweimal hintereinander? Das ist die Erinnerung daran, dass die K.-o.-Runde nicht der Ort ist, an dem die starken Teams gewinnen. Es ist der Ort, an dem die nervenstarken Teams überleben.

Wer aus diesem Tag eine Lehre für die kommenden Wettrunden ziehen will: Die Geheimtipps und Value Bets auf Dark Horses, die schon vor dem Turnier identifiziert wurden, sind nach diesem 29. Juni teilweise sehr viel wertvoller geworden. Marokko war einer davon. Paraguay nicht. Aber das nächste Spiel kann jeden zum Geheimtipp machen.

  • Deutschland scheidet im Elfmeterschiessen gegen Paraguay (1:1, 3:4 i.E.) aus — laut internationaler Medien möglicherweise die grösste K.-o.-Sensation der WM-Geschichte.
  • Niederlande verlieren ebenfalls im Elfmeterschiessen gegen Marokko (1:1, 2:3 i.E.) — zwei Top-Favoriten an einem Abend raus.
  • Brasilien schlägt Japan 2:1 durch Martinellis Tor in der 95. Minute; Outright-Quote sinkt von 14.00 auf 10.50.
  • Achtelfinale-Setzung: Kanada gegen Marokko ist fix; Brasilien trifft auf den Sieger aus Elfenbeinküste–Norwegen.

Mein Insider-Fazit zum Spieltag

Was bleibt vom 29. Juni? Drei Dinge. Erstens: Dieses Turnier hat seine erste echte Sensation — und sie kommt aus Paraguay, nicht aus Marokko. Zweitens: Die Outright-Quoten haben sich für den deutschsprachigen Markt vereinfacht. Wer auf Frankreich, Argentinien oder mit Vorsicht Spanien setzen will, hat jetzt klare Werte. Drittens: Das deutsche Aus hat in der Region einen Vakuum hinterlassen, das nun die Nati und Österreich füllen müssen. Beide bekommen in den nächsten 72 Stunden die Bühne.

Mein Rat — und das ist heute der wichtigste: Lassen Sie sich nach so einem Tag nicht zu Trotzwetten verleiten. „Jetzt erst recht Niederlande-Outright-Tipp … ach Moment, die sind ja raus.“ Genau diese Reaktion habe ich heute Morgen in mehreren Foren gelesen. Der Markt ist nach Schocks immer überreagierend. Geduld zahlt sich aus — und der heutige Spieltag bringt mit Frankreich gegen Schweden bereits den nächsten Hochrisikoabend mit sich, den ich in den Tagestipps für den 30. Juni genauer aufschlüssele.

Ist Deutschland wirklich raus oder gibt es noch eine Chance?
Nein, Deutschland ist endgültig aus der WM 2026 ausgeschieden. Nach dem 1:1 nach Verlängerung und 3:4 im Elfmeterschiessen gegen Paraguay am 29. Juni endet das Turnier für den DFB im Achtelfinale. Die nächste WM ist 2030.
Wer trifft jetzt im Achtelfinale auf Brasilien und Paraguay?
Brasilien trifft auf den Sieger aus dem heutigen Spiel Elfenbeinküste gegen Norwegen (30. Juni, 19:00 MEZ). Paraguay spielt gegen den Sieger aus Frankreich gegen Schweden (30. Juni, 23:00 MEZ). Die exakten Achtelfinal-Ansetzungen finden sich im Turnierbaum.
Wie haben sich die Quoten nach dem 29. Juni verändert?
Brasilien verkürzte im WM-Sieger-Markt von 14.00 auf 10.50 (FOX Sports, Stand 30. Juni morgens ET). Frankreich (4.40) bleibt Favorit, Argentinien folgt bei 5.10. Marokko und Paraguay verkürzten ebenfalls deutlich, exakte Werte waren bei den Aggregatoren am Morgen nicht abrufbar — vor jeder Wette lohnt ein aktueller Quotenvergleich.