England 6:4 Frankreich: Das wildeste Spiel um Platz 3 der WM-Geschichte — und ein Rekord für die Ewigkeit
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Spiele um Platz 3 gelten als Pflichtübung ohne Herzschlag — zwei enttäuschte Halbfinal-Verlierer, die eigentlich nur nach Hause wollen. Was am Samstag im Hard Rock Stadium von Miami passierte, war das genaue Gegenteil: England schlug Frankreich mit 6:4, es fielen zehn Tore, ein Spieler machte einen Hattrick, ein anderer wurde zum WM-Rekordtorschützen aller Zeiten. Wer dieses Spiel verpasst hat, hat das unterhaltsamste 90-Minuten-Paket dieser WM verpasst — und ich sage das als jemand, der solche Trostspiele normalerweise gähnend zappt.

Erste Halbzeit: England zerlegt einen müden Weltmeister-Kandidaten
Nach 45 Minuten stand es 4:0 — und die Partie war faktisch entschieden, ehe Frankreich überhaupt im Spiel war. Declan Rice traf schon in der 3. Minute, Ezri Konsa legte in der 18. nach. Dann übernahm Bukayo Saka: Tor in der 37., das nächste in der 45.+1 — mit dem Pausenpfiff. Ein desolat sortiertes Frankreich, dem man die Strapazen der letzten Wochen ansah, ging vier Tore hinten liegend in die Kabine.
Für den historischen Kontext: Es waren die meisten Tore in einer einzigen WM-Partie seit 1982. Und Saka wurde mit seinem späteren dritten Treffer erst zum zweiten englischen Spieler überhaupt, der in einem WM-K.o.-Spiel einen Hattrick erzielte — der erste war Geoff Hurst im Finale 1966. Grössere Fussstapfen gibt es im englischen Fussball nicht.
Zweite Halbzeit: Frankreichs Aufbäumen und Mbappés Rekord
Was das Spiel vom üblichen Platz-3-Kick unterschied, war die zweite Hälfte. Frankreich kam wie verwandelt aus der Pause. Kylian Mbappé verkürzte in der 48., Barcola in der 54. auf 4:2 — plötzlich war ein Spiel daraus geworden. Und in der 66. schlug der Moment ein, auf den halb Fussball-Frankreich gewartet hatte: Mbappé traf erneut — sein 22. WM-Tor. Damit überholte er Lionel Messi (21) und ist ab sofort alleiniger WM-Rekordtorschütze aller Zeiten.
England zog danach über Saka per Elfmeter in der 87. wieder davon, Dembélé traf in der 90.+6 zum 5:4, ehe Jude Bellingham in der 90.+8 mit dem 6:4 endgültig den Deckel drauflegte. Ein irres Finish für ein Spiel, das eigentlich niemand ernst nehmen wollte.
Für England die beste Platzierung seit 1966
Der dritte Platz ist für die Three Lions das beste WM-Ergebnis seit dem Titel 1966 — und ein handfester Trost nach der Halbfinal-Niederlage gegen Argentinien. Thomas Tuchel, seit letztem Jahr englischer Nationaltrainer, wirkte nach Abpfiff selbst überrumpelt vom Torreigen seiner Elf. Auf die Frage nach Sakas Hattrick sagte er:
«I was not even aware he had a hat-trick. I lost the overview of the goalscorers.» (Ich war mir nicht einmal bewusst, dass er einen Hattrick gemacht hat. Ich habe bei den Torschützen den Überblick verloren.)
Saka selbst, mit einem Ball unter dem Arm, blieb typisch nüchtern und schielte eher auf seine Einsatzzeiten im Turnier:
«Of course, I would love to have played more.» (Natürlich hätte ich gerne mehr gespielt.)
Deschamps‘ letztes Spiel — das Ende einer 14-Jahre-Ära
Für Frankreich war es mehr als eine Niederlage: Es war das letzte Spiel von Didier Deschamps als Nationaltrainer. Nach 14 Jahren, einem WM-Titel (2018) und einem verlorenen Finale (2022) endet seine Amtszeit mit einem 4:6 im Trostspiel — ein unwürdiger Schlusspunkt für einen der erfolgreichsten Trainer der französischen Geschichte. Als Nachfolger gilt Zinédine Zidane als gesetzt. Deschamps hatte seinen Abschied schon vor dem Turnier angekündigt und blieb dabei bemerkenswert gelassen:
«In my head, I know that it is my last match. I don’t want anybody to cry. The end is near, but life goes on.» (In meinem Kopf weiss ich, dass es mein letztes Spiel ist. Ich will nicht, dass irgendjemand weint. Das Ende ist nah, aber das Leben geht weiter.)

Was das für das Finale bedeutet
Frankreich schliesst die WM auf Platz 4 ab — enttäuschend für einen Turnierfavoriten, der bis ins Halbfinale die beste Offensive stellte. England nimmt Bronze und das Selbstvertrauen mit, in Miami zehn Tore in einem Spiel gesehen zu haben. Die grosse Bühne aber gehört ab Sonntag zwei anderen: Spanien und Argentinien. Meine komplette Einschätzung steht in der Finale-Vorschau Spanien–Argentinien, die konkreten Wetten in den Tagestipps zum 19. Juli und die ganze Rekordgeschichte in meiner Analyse zu Mbappés Torrekord.
Alle Quoten sind media-reported und bewegen sich bis zum Anpfiff — ein Vergleich bei Boomerang Bet oder WinRolla (Quoten in CHF) lohnt sich, Konditionen vorher prüfen. Mehr zu den Beteiligten auf der England-Teamseite und der Frankreich-Teamseite.